Als ich am Flughafen ankam, war ich sehr nervös, da ich noch nie nach Europa gereist war und nicht wusste, wie es mit dem Schengen-Visum laufen würde. Nach meiner Ankunft fragte ich einige Einheimische nach dem Weg zum Bahnhof und schaffte es schließlich, meinen ICE-Zug zu finden. Unterwegs waren die Leute von der OMA sehr hilfsbereit, insbesondere Anna und Sabine. Sie beantworteten alle meine Fragen und blieben in ständigem Kontakt mit mir, um sicherzustellen, dass meine Reise reibungslos verlief. Mein ICE hielt in Erfurt, wo Sabine und mein Kollege Uroš, ein weiterer ESC-Freiwilliger, der bald mein bester Freund werden sollte, mich abholten. Ich erinnere mich noch gut an diesen warmen Tag. Ich fühlte mich sofort mit diesen Menschen verbunden. In Weimar angekommen, ging ich nach Hause und dann zur OMA, um meine neuen Kolleg*innen Alan, Sayumi, Katrin, Andreas, Sabrina und Tino kennenzulernen. Meine ersten Tage waren super entspannt. Ich bin dankbar, dass mir alle Zeit gegeben haben, mich einzugewöhnen. In dieser Zeit war Uroš eine große Hilfe, er hat mit mir gekocht und mir die besten Bars und Geschäfte gezeigt. Es hat eine Weile gedauert, bis ich mich an das System der Deutschen Bahn, die Öffnungszeiten der Supermärkte, die Tatsache, dass die meisten Geschäfte nur Bargeld akzeptieren, und so weiter gewöhnt hatte. Aber am Ende des ersten Monats begann ich mich wie eine Einheimische zu fühlen. Im ersten Monat war meine Arbeit entspannt, ich habe Andreas bei der Dokumentation unterstützt. Meine eigentliche Arbeit begann erst, als die Projekte YAM Ensemble und Caravan Orchestra & Choir starteten. Ich werde Nataliia, der Projektkoordinatorin, für ihre Hilfe während meiner Zeit in diesem Projekt immer dankbar sein. Sie hat mir geholfen, besser im Projektmanagement zu werden, hat mir wichtige Entscheidungen anvertraut und ist eine gute Freundin und Stütze geworden. Durch diese beiden Projekte hat sich in diesem Sommer etwas in mir für immer verändert. Ich habe so viele tolle Menschen kennengelernt und in ihnen Liebe und Zusammenhalt gesehen. Das hat mir Hoffnung gegeben, dass es noch viele großartige Menschen auf der Welt gibt. Ich habe so viele Freunde gefunden und gemerkt, wie sehr ich es liebe, mit Menschen zu arbeiten. Jetzt, nach diesen Projekten, weiß ich, welchen Weg ich einschlagen möchte. Ich möchte mich auf Menschen konzentrieren. Das wichtigste Ereignis für mich war der Yiddish Summer Weimar. Er kommt dem Weltfrieden so nahe wie sonst nichts, was ich bisher erlebt habe. Alle schätzen einander, tanzen, singen, essen zusammen, gehen zum Fluss, sitzen im Park. Worte können nicht beschreiben, wie ich mich dabei gefühlt habe. Nachdem meine Zeit in Weimar zu Ende war, flog ich nach Serbien zurück und traf dort jemanden, der auch beim Yiddish Summer Weimar gewesen war. Er erzählte mir von Jam-Sessions und vom Tanzen mit anderen Leuten. Für mich ist allein dieser Moment magisch. Wir waren beide dort, vielleicht haben wir sogar zusammen getanzt, obwohl wir uns nicht kannten, und jetzt – Monate später – treffen wir uns in Serbien und stellen fest, dass wir diese Erfahrung teilen. Die Welt kann so klein, zufällig und schön sein! Aber zurück zu meiner ESC-Arbeit bei der OMA: Ich habe hauptsächlich dokumentiert, Akten angelegt, Unterschriften eingeholt, Bordkarten gesammelt und bei der Buchung von Reisen geholfen. Ich habe auch bei der Logistik geholfen. Ich habe während meiner Zeit bei der OMA so viele Dinge gemacht, sogar als Kurierin, die für die Teilnehmenden im Supermarkt einkaufte, oder als Barkeeperin im OMA-Café. Ganz zu schweigen von meinen am wenigsten geliebten Aufgaben – Toiletten putzen, Böden wischen, staubsaugen usw. Eines Tages werden die Bauarbeiten an der OMA abgeschlossen sein und der Staub wird verschwunden sein... Und ich werde auf jeden Fall in die OMA kommen, um mir die fertige Version anzusehen! Sie wurde für mich zu einem zweiten Zuhause, in dem ich im Alter von 24 Jahren eine zweite Geburt erlebt habe. Rückblickend habe ich durch dieses Projekt so viel gelernt: mutiger zu sein, meine Grenzen klar zu setzen, besser zu kommunizieren, Initiative zu ergreifen, pünktlich zu sein, und mir selbst zu vertrauen. Diese Erinnerungen werde ich immer in meinem Herzen tragen. Ich möchte mich bei allen bedanken, die diese Erfahrung für mich so großartig gemacht haben, angefangen bei Bella. Nach Uroš ist sie meine zweitbeste Freundin in der OMA. Sie ist der liebenswerteste Hund, wirklich die Verkörperung der OMA. Sie diskriminiert nicht, sie ist liebevoll und akzeptiert jede*n. Ich wünsche ihr gute Gesundheit, damit ich sie umarmen kann, wenn ich die OMA das nächste Mal besuche, zusammen mit Antonia, Katrin, Sabine, Andreas, Sabrina, Alessa und allen anderen. Und Alan: Danke, dass Du inspirierst, da bist, Menschen sich ausdrücken lässt und diese wunderschöne Umgebung geschaffen hast. Ich wünsche Euch alles Gute! Eure ehemalige Freiwillige,
–Lala |